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2011: 6.000 Euro für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Münchner SchlaU-Schule
Das SchlaU-Projekt wurde im Jahr 2000 vom Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V. gegründet. SchlaU heißt: Schulanaloger Unterricht für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Die meisten der Schüler kommen aus den internationalen Krisen- und Kriegsgebieten. Manche von ihnen wurden entführt, einige waren Kindersoldaten, andere flohen vor Beschneidung oder Verfolgung.
Bei SchlaU werden ausschließlich Schüler ab 16 Jahren unterrichtet. Denn mit 16 endet in Deutschland die gesetzliche Schulpflicht. Die jugendlichen Flüchtlinge haben deshalb kein Recht auf Schulbildung. Häufig wurde ihnen schon in ihrem Heimatland das Menschenrecht auf Bildung verweigert. Viele von ihnen sind daher Voll- bzw. Halbanalphabeten und haben zum Teil erhebliche Defizite beim Lesen und Schreiben. Oberstes Lernziel an der SchlaU-Schule ist folglich der Erwerb der deutschen Sprache sowie das Lesen und Schreiben in allen Klassen.
Mittlerweile ist das, was als Projekt begann, eine vom Bayerischen Kultusministerium anerkannte, staatliche Ergänzungsschule. Dort bereiten sich jährlich ca. 140 zumeist elternlose Flüchtlinge zwischen 16 und 20 Jahren auf ihren Hauptschulabschluss vor. Etwa 15 Lehrkräfte unterrichten derzeit in zehn Klassen. Die Schüler legen nach durchschnittlich zwei bis drei Jahren die Prüfungen zum qualifizierenden Hauptschulabschluss in Münchner Regelschulen ab. Die Prüfungsergebnisse sind oft besser als der bayerische Durchschnitt.
Darüber hinaus werden die jungen Flüchtlinge von zwei Sozialpädagogen betreut. Die Hilfe reicht von allgemeinen Orientierungshilfen wie Einkaufen beim Bäcker über Konfliktbewältigung bis hin zur Beratung für die Berufsfindung. Ziel des Schulbesuchs ist neben der Förderung der sprachlichen und fachlichen Entwicklung auch die Gewöhnung an einen geregelten Schul- oder Arbeitsalltag, um eine erfolgreiche Vermittlung in weiterqualifizierende Maßnahmen bzw. in Ausbildung oder Arbeitsmarkt zu gewährleisten. Deshalb legt SchlaU auch großen Wert auf die Einhaltung der Schulregeln wie beispielsweise Anwesenheit, Pünktlichkeit oder Hausaufgaben. Diese Bereiche werden dann auch in den Zeugnissen der Nicht-Abschlussklassen bewertet. SchlaU kümmert sich vermehrt auch um die direkte Vermittlung in den Arbeitsmarkt. So gibt es Bewerbungstrainings und Schnupperpraktika als integralen Bestandteil im Schulprogramm.
Insgesamt hat SchlaU seit dem Jahr 2000 über 1.200 Schüler schulisch und psychosozial betreut. Seit dem Schuljahr 2004/2005 haben insgesamt 242 Schüler einen Schulabschluss absolviert. 98 Prozent der bei SchlaU betreuten Schüler schaffen ihren Schulabschluss und über 90 Prozent bestehen die auf SchlaU folgenden Lehren oder weiterführenden Schulen.
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